Hildegard-Heilkunde

Grundlagen und Philosophie der Hildegard-Heilkunde
Die Hildegard-Heilkunde beinhaltet als eigenständige Therapierichtung die von Hildegard von Bingen entwickelten Naturheilverfahren.

Hildegard von Bingen lebte von 1098 bis 1179. Sie verfasste unter anderem differenzierte Angaben zur Physiologie und Pathophysiologie, Diätetik, Ausleitungsmethoden, ungefähr 2000 Rezepturen (zum großen Teil im phytotherapeutischen Bereich) sowie eine eigene Psycho- und Informationstherapie mit Edelsteinen.

Ihre philosophisch-religiösen Darstellungen beziehen den Menschen ein in die Ganzheit, Mikro- und Makrokosmos sowie in die Elemente-Theorie (Erde, Wasser, Luft und Feuer).

Das alte medizinische Wissen gründete auf der sogenannten Humoralpathologie. Demnach gibt es vier Humores: cholerisch, phlegmatisch, sanguinisch und melancholisch. Sie stehen in direkter Beziehung zu den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde. Kraft der ihnen innewohnenden planetarischen Eigenschaften Wärme, Kälte, Feuchtigkeit und Trockenheit, kompensieren demnach Kräuter etwaige Störungen im Verhältnis der Körpersäfte.

Die von Hildegard von Bingen hinterlassenen Bücher aus dem Mittelalter zum Thema „Medizin“ wurden Mitte des 19. Jahrhunderts aufgefunden und sind seit den dreißiger Jahren in übersetzter Form zugänglich. Der österreichische Arzt Dr. Gottfried Hertzka testete die Rezepturen in eigener Praxis über Jahre aus und baute somit dieses in sich abgeschlossene, alte System wieder neu auf.

In der Hildegard-Heilkunde kommen Kräuter, Edelsteine, Diätetik und ausleitende, entgiftende Verfahren zur Anwendung.


Die Pflanzenheilkunde nach Hildegard von Bingen


In Ihren Medizinwerken „Physica“ und „Causae et Curae“ hat Hildegard von Bingen über 2000 Rezepturen hinterlassen. Hier legt sie besonderen Wert auf die Herstellungsvorgänge. Eine Reihe dieser Rezepturen sind ausgetestet worden und stellen heute den Grundstock der „Hildegard-Phytotherapie“ dar. Hierbei werden Pflanzen eingesetzt, die in der sonstigen Phytotherapie eine untergeordnete oder keine Rolle spielen, aber nach Hildegard von Bingen als hoch potente Therapeutika gelten.
Da nicht alle Rezepturen als Fertigarzneimittel in der Apotheke erhältlich sind, können viele Rezepturen unter Anleitung selbst hergestellt werden.


Die Ernährungslehre (Diätetik) der Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen sieht die größte gesundheitszerstörende Kraft in einem Überhandnehmen von schlechten Säften, die durch übermäßiges Essen, Küchengifte, Umweltgifte, Kummer, Stress, Ärger u.a. im Körper entstehen. So gilt es auch bei der Ernährung darauf zu achten, Körpergifte erst gar nicht entstehen zu lassen oder durch bestimmte Nahrungsmittel zu minimieren.
Die Ernährungslehre der Hildegard von Bingen hat in der Hildegard-Heilkunde einen hohen therapeutischen Stellenwert. Es handelt sich um eine ausgewogene Vollwertkost mit nur wenigen Verboten (den sog. Küchengiften).

Die Diätetik wurde nach Hildegard sowohl als Präventivmedizin angewendet, als auch als Therapie bei bestehenden Erkrankungen. Das Fasten ist nach Hildegard von Bingen eine einfache Methode, um den Körper von seinen Gift- und Schlackenstoffen zu befreien. Sie empfiehlt es z.B. als psychotherapeutisches Universalmittel für 20 von 35 seelischen Krankheiten.